Einsatzstellenbewertung der deutschen Feuerwehren: Multimethoden-Einflussfaktorenanalyse Brandauswirkungen auf Menschen und andere Schutzziele - Gebäuderisikokoeffizient

Institute
Professur für Brandwissenschaft und Brandingenieurwesen
Type
Master's Thesis /
Content
experimental / theoretical /  
Description

Masterthesis im Wintersemester 2026/2027

 

Einsatzstellenbewertung der deutschen Feuerwehren: Multimethoden-Einflussfaktorenanalyse Brandauswirkungen auf Menschen und andere Schutzziele - Gebäuderisikokoeffizient

 

Kontext – Relevanz 

Die deutschen Feuerwehren erfassen seit 10 Jahren bemerkenswerte Brände in Gebäuden mit Auswirkungen auf Schutzziele u.a. der Bauordnung. Fokus ist die Frage der Gebäudesicherheit auf Basis von Realbrandereignissen. Aktuell liegen 2.400 Datensätze aus ganz Deutschland sowie 14 Masterarbeiten vor. Die Brände werden in München standardisiert von Studierenden im Rahmen ihrer Abschlussarbeit und bundesweit von anderen Feuerwehren (>350) erfasst. Nach umfassenden Detailauswertungen ergibt sich ein differenziertes, multifaktorielles Bild von Einflussfaktoren für z.B. Auftreten von Toten, Verletzten, Rauch- und Brandausbreitung, Rettung. Die Frage nach Haupteinflussfaktoren ist wichtig zur öffentlich-rechtlichen Beurteilung von Risiko und bestmöglichem Ressourceneinsatz z. B. in der Feuerbeschau oder auch Feuerwehrbedarfsplanung und AAO.

Erkenntnisinteresse – Zieldefinition – Art der Arbeit

Ziel der Arbeit ist es, auf Basis der bisherigen Realbrand-Erkenntnisse und der Methodenbreite zu untersuchen, welche Kernfaktoren die Gebäudesicherheit maßgeblich beeinflussen. Es gibt bereits erste Versuche eines Gebäuderisikokoeffizienten (siehe Leitfaden Feuerbeschau Bayern). Als wesentliche Datengrundlage dient die Einsatzstellenbewertung bei der Branddirektion München, die als Daueraufgabe systematisch bei relevanten Brandereignissen durchgeführt wird und damit eine belastbare Abbildung der Feuerwehrpraxis darstellt. Ergänzend sollen internationale Modelle herangezogen werden. Die Arbeit ist analytisch-konzeptionell mit quantitativem Anteil angelegt. Als Ergebnis wird ein nachvollziehbares, ingenieurwissenschaftlich begründetes Modell zur Gebäuderisikobewertung (Einflussfaktoren wie z.B. Baujahr, Status der letzten Gebäudekontrolle, Alter, soziale Struktur, Nutzungsart) und (optional) zur Feuerwehrbedarfsplanung und objektspezifischen Alarm- und Ausrückeordnung auf Basis der Erkenntnisse des Vorbeugenden Brandschutzes erwartet.

Methodik – Arbeitspakete

  • Analyse des Stands Wissenschaft und Technik zu objektspezifischen Gebäuderisikobewertungen
  • Auswertung der Einsatzstellenbewertungen der deutschen Feuerwehren in R; weitere Erfassung als laufende Daueraufgabe intern München und extern bundesweiter Dateneinsender
  • Berücksichtigung bauwerkspezifischer Aspekte sowie der vielfältigen, belegten Einflussfaktoren
  • Entwicklung und Bewertung eines ingenieurmäßigen Modells zur Abschätzung des Gebäude- und ggf. Stadtrisikos sowie einer objektspezifischen Alarm- und Ausrückeordnung Feuerwehr

Voraussetzungen – Anforderungsprofil

  • Grundkenntnisse in Statistik, Modellbildung oder quantitativer Analyse; Software „R“

  • Interesse an Feuerwehrpraxis, Einsatzforschung oder vorbeugendem Brandschutz

Die Bearbeitung der Masterthesis ist nach Rücksprache mit dem Prüfungsausschuss unabhängig der Vertiefungsrichtungen möglich. Die Arbeit wird bei der Branddirektion München gefertigt.

Erkenntnisgewinn für den Studierenden

  • Anwendung ingenieurwissenschaftlicher Denkweisen auf praxisnahe Fragen des Brandschutzes
  • Erfahrung in Auswertung realer Einsatzstellenbewertungen und der Ableitung belastbarer Aussagen aus Feuerwehrpraxisdaten – Einblick in Behördenstruktur und Tätigkeit
  • Entwicklung von Kompetenzen in Modellbildung, strukturierter Analyse und fachlicher Einordnung regelwerksbezogener Fragestellungen
  • Hoher Mehrwert für eine spätere Tätigkeit in Brandschutzplanung, Genehmigungswesen, Sicherheitsforschung oder Feuerwehr
Requirements

Voraussetzungen – Anforderungsprofil

  • Grundkenntnisse in Statistik, Modellbildung oder quantitativer Analyse; Software „R“

  • Interesse an Feuerwehrpraxis, Einsatzforschung oder vorbeugendem Brandschutz

Die Bearbeitung der Masterthesis ist nach Rücksprache mit dem Prüfungsausschuss unabhängig der Vertiefungsrichtungen möglich. Die Arbeit wird bei der Branddirektion München gefertigt.

Industry partners
Branddirektion München
Possible start
sofort
Contact
Dr.-Ing. Björn Maiworm
bjoern.maiwormmuenchen.de
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